Kontakt

Sie wünschen mehr Informationen? Treten Sie ganz unkompliziert mit uns in Kontakt.

0800 Rufnummer Auftragsformular Teilzahlungsform. Callback

News

Weitere News finden Sie in unserem Newsarchiv.

Zum Newsarchiv

Services

News

12/2010

Der Kuckuck stürzt ab

Experten empfehlen „Dialog statt Pfändung“. (Quelle: Immobilien vermieten und verwalten, 20.12.2010)

Auf über 100 Mrd. Euro an titulierten Forderungen sitzen deutsche Unternehmen, und der Berg wird täglich höher. Dagegen stagniert seit 2000 die Summe der gepfändeten Gelder; in 2008 sank sie sogar um 4,5 %. Die Zahl der Zwangsvollstreckungsaufträge (– 5 %) war ebenso rückläufig wie die der angeordneten Versteigerungen (– 12,4 %) und der Vorpfändungen (– 5,3 %). Von den deutschen Inkasso unternehmen verzeichneten im vergangenen Jahr 32 % eine rückläufige Realisierungsquote von offenen Forderungen; nur 7 % konnten ein Plus verzeichnen. 2008 hatten bereits 23 % eine sinkende und nur 8 % eine steigende Quote erzielt. Ursache sind die Folgen der Wirtschaftskrise: mehr Firmen - pleiten und Privatinsolvenzen.

Doch das ist laut Experten nur ein Teil der Wahrheit. Der andere ist eine falsche Strategie bei der Forderungsverfolgung. Statt nur die Ultima Ratio zu sein, gehören Zwangsmaßnahmen inzwischen zum Automatismus standardisierter Inkassoverfahren. Breit angelegte Studien wie der Schufa-Kreditkompass belegen zum Beispiel, dass die Mehrzahl der in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Verbraucher wirtschaftlich schnell wieder auf die Beine kommt und ihre Schulden begleichen kann. Pfändungen und gegebenenfalls die Abgabe eidesstattlicher Versicherungen führen dagegen zu Krediteinschränkungen oder -kündigungen; auch die Arbeitsplatzsuche wird erschwert. Schon eine negative Wirtschaftsauskunft kann die Bonität entscheidend schwächen. „Die finanzielle Situation von Privat- und Geschäftskunden ändert sich heutzutage so schnell wie die Weltwirtschaft. Eine Stigmatisierung ist völlig kontraproduktiv“, weiß auch Siegward Tesch, Geschäftsführer der Teschinkasso Forderungsmanagement GmbH in Wiehl. Tesch verfolgt bereits seit längerer Zeit das Modell einer kundenwertorientierten Inkassostrategie. Dabei stehen die individuelle Fallbeurteilung und der Dialog mit dem Schuldner im Vordergrund. „Wenn man den Schuldnern aufzeigt, wie sie ihre Situation verbessern können, dann mobilisieren sie erfahrungsgemäß alle Kräfte, um den Verpflichtungen nachzukommen“, so Telefoninkasso- Trainer Dietmar Bowmann. Er rät dazu, eine „neutrale Instanz“ mit der Kontaktaufnahme zu beauftragen.