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Zum NewsarchivZwischen 6.000 und 10.000 pendelt die Zahl säumiger Zahler bei der Wuppertaler Energie & Wasser AG. Bisher wurde auf Rückstände mit Mahnungen, der Androhung von Zählersperrungen und schließlich der Einstellung der Gas- und Stromlieferung reagiert.
Diese Versuche, die Forderungen einzutreiben, sind aber immer seltener erfolgreich", so Vorstandsvorsitzender Andreas Feicht. Seit September bietet das Unternehmen in Kooperation mit der Verbraucherzentrale eine Schuldnerberatung an.
Die WSW ist nur ein Beispiel. In der wegen aggressiver Inkassomethoden oft gescholtenen Energiewirtschaft macht ein neuer Umgang mit Zahlungsstörurgen Schule. "Dialog statt Pfändung" lautet das Konzept, das sich unter anderem auf Erkenntnisse der Schufa stützt.
Zwangsmaßnahmen zum falschen Zeitpunkt bewirken meistens eine Abwärtsspirale. Am Ende flüchten viele Schuldner in die Privatinsolvenz. Die Auftraggeber bleiben auf den Außenständen und den Verfahrenskosten sitzen.
"Mit einer Eskalation der Geschäftsbeziehung ist niemandem geholfen", weiß Siegward Tesch, Chef der Teschinkasso Forderungsmanagement GmbH, Wiehl. In rund der Hälfte der Fälle seien Zahlungsprobleme vorübergehender Natur und ließen sich mit Stundungen oder Raten bewältigen. Tesch: "Immer mehr kleine wie große Energieversorger verfolgen eine kundenwertorientierte Inkassostrategie, weil beide Seiten davon profitieren."
Eine Variante ist das so genannte Telefoninkasso. Statt nur vorgedruckter Mahnschreiben erhalten die Schuldner persönliche Anrufe durch psychologisch geschultes Personal. Dabei werden die finanzielle Misere und mögliche Zahlungsmodalitäten besprochen.
"Problemlösungsgespräche richtig führen" - "Konfliktsituationen entschärfen" - solche Themen gehören für die Mitarbeiter vieler Versorgungsunternehmen inzwischen zum Pflichtprogramm. Tenor: Der Kunde ist König - auch wenn er einmal nicht so glänzend dasteht.